In der Übersetzungsindustrie hat es nie gereicht, Muttersprachler zu sein: Man muss diese Sprache, die man „mit der Muttermilch“ aufgenommen hat, auch systematisch durchdrungen haben, ihre Höhen und Tiefen, ihre verschiedenen Ausprägungen kennen, und schließlich sich mit ihrer Weiterentwicklung beschäftigen.
In meiner Schule hatte ich das „Glück“, jeweils für die Sprachen französisch und deutsch einen besseren Schüler in meiner Klasse zu haben: Wollte ich in „meinen“ Sprachen glänzen, blieb mir nur die englische übrig. So konnte ich 1959 als Jahrgangsbester bei der Mittleren Reifeprüfung den Schulpreis für Englisch gewinnen.
Trotz meines Jurastudiums dort, bin ich nie hinter das Geheimnis des „Oxford English“ gekommen: Manche sehen darin nur die Aussprache, andere die Ausdrucksform. Ein Autor hat sogar behauptet, es sei in Wahrheit lediglich der Trick, seine Sprechpausen mitten im Satz zu setzen, so dass andere einen nicht unterbrechen können, so sie sich für den Rest des Satzes interessieren.
Meine beruflichen Wanderungen haben mich u. a. nach Afrika (Ghana) und Australien geführt, auch habe ich eine sechswöchige Reise durch den Vereinigten Staaten und Kanada unternommen. Auf diesen Reisen lernte ich vielfältige Ausprägungen der englischen Sprache kennen und schätzen, denn durch sie hat die englische Sprache das erreicht, was der lateinischen nicht gelungen ist: Sie ist lebendig geblieben.
Auch in der Wirtschaftsprache ist die Zeit nicht stehen geblieben. Manche der Begriffe, die uns Buchhaltungs-Lehrlingen in den 1960er Jahren so neu vorkamen, sind heute vergessen, ersetzt durch „IFRS-Speak“. Viele britisch-englische Ausdrücke sind in der Welt der internationalen Rechnungslegung gegen amerikanisch-englische Phrasen ausgetauscht worden. Auch hier bin ich bemüht, Schritt mit den Entwicklungen zu halten. |